Vorhandene Messwerte über 4–20 mA in die GA integrieren
Ein Prozesswert fehlt in der zentralen Gebäudeautomation, obwohl er direkt an der Anlage bereits angezeigt wird. Bevor eine zusätzliche Messung geplant wird, lohnt sich ein Blick in die Unterlagen der vorhandenen Regelung. Möglicherweise stellt sie den benötigten Wert über einen nutzbaren Ausgang bereit.
In einer Anfrage zur Kühlwassertechnik sollte die Leitfähigkeit aus einer bestehenden Absalzregelung in Loxone übernommen werden. Die Prüfung der Dokumentation zeigte einen konfigurierbaren Stromausgang. Auf der Seite der Gebäudeautomation waren passende Eingänge vorhanden. Damit ergab sich ein möglicher Weg, die bestehende Messung zusätzlich zentral verfügbar zu machen.
Die vorhandene Messung erschließen
Die lokale Regelung erfüllt bereits eine konkrete Aufgabe. Ihr Messwert kann zugleich für Anzeige und Verlaufsauswertung interessant sein. Wird ein geeigneter Ausgang genutzt, kann die bestehende Regelung weiterarbeiten, während der Betreiber eine zusätzliche Übersicht erhält.
Dafür muss zunächst eindeutig feststehen, welcher Wert tatsächlich bereitgestellt wird. Ein konfigurierbarer Ausgang kann je nach Einstellung unterschiedliche Informationen liefern. Die Beschriftung einer Klemme allein genügt deshalb nicht als Grundlage für die Umsetzung.
Die Schnittstelle auf beiden Seiten prüfen
Vor der Verbindung sind mehrere Punkte zu klären:
- Ist der Ausgang verfügbar und für die zusätzliche Nutzung vorgesehen?
- Welcher Messwert ist ihm zugeordnet?
- Welche Signalbereiche unterstützen Ausgang und Eingang?
- Wie werden Messbereich und Einheit abgebildet?
- Welche Anforderungen stellt die Gerätedokumentation an die Verbindung?
- Ist eine geeignete Leitungsverbindung vorhanden?
Diese Prüfung verbindet die Angaben aus den Unterlagen mit dem tatsächlichen Anlagenzustand. Gerade im Bestand können Klemmen bereits belegt oder Einstellungen gegenüber der ursprünglichen Dokumentation geändert worden sein.
Skalierung nachvollziehbar dokumentieren
Ein Stromsignal muss im empfangenden System dem richtigen Messbereich zugeordnet werden. Ausgang und Eingang benötigen dafür übereinstimmende Einstellungen. Wird derselbe Signalwert unterschiedlich interpretiert, kann die zentrale Anzeige plausibel aussehen und dennoch falsch sein.
Die Dokumentation sollte deshalb festhalten, welcher Signalbereich welchem Messbereich entspricht und welche Einheit verwendet wird. Auch der Name des Datenpunkts sollte den Prozessbezug verständlich machen. Für den Betrieb ist eine eindeutige Messstellenbezeichnung hilfreicher als eine reine Klemmennummer.
Den Wert nach der Umsetzung vergleichen
Die erfolgreiche elektrische Verbindung ist ein Zwischenschritt. Anschließend wird die Anzeige in der Gebäudeautomation mit dem lokalen Regler verglichen. Diese Prüfung sollte dokumentiert werden und, soweit im Betrieb möglich, unterschiedliche Zustände einbeziehen.
Zusätzlich ist zu klären, wie die Geräte Fehlerzustände signalisieren und wie die zentrale Anzeige damit umgeht. Die konkrete Umsetzung richtet sich nach den unterstützten Funktionen der eingesetzten Geräte.
Zentral auswerten, lokale Funktion erhalten
Der zusätzliche Datenpunkt kann Bedienwege reduzieren und eine zeitliche Auswertung ermöglichen. Betreiber müssen den Wert dann nicht ausschließlich vor Ort ablesen. Trends helfen dabei, Veränderungen einzuordnen und gezielte Prüfungen vorzubereiten.
In der beschriebenen Anfrage wurde ein möglicher Integrationsweg identifiziert. Die tatsächliche Umsetzung setzt die Prüfung der freien Schnittstelle, der Leitung und der passenden Parametrierung voraus.
Ein vorhandener Analogausgang kann für eine klar umrissene Aufgabe eine passende Lösung sein. Wer lokale Anzeigen und verfügbare Schnittstellen systematisch erfasst, entdeckt im Bestand häufig bereits vorhandene Informationen, die sich für den zentralen Betrieb nutzbar machen lassen.


